Januarseminar in Liebenzell

Anfang Januar fand das Januarseminar der CJD Studentenschaft statt. Wie immer – man verzeihe den Reim – traditionell in Liebenzell.

Das Thema – Kaukasus – eine Region, die sicherlich in vielen Köpfen ausschließlich mit Klischees belegt ist. Einige davon stimmen, andere nicht.

Korrekt ist zum Beispiel, dass man es dort mit lebensfrohen und gastfreundlichen Menschen zu tun bekommt, die einem kulinarisch … anspruchsvolle … Gerichte servieren. Zum Beispiel Violetta Rudat. Zugegeben, wir trafen sie im Gemeindehaus in Bad Liebenzell, das mit den kulinarisch anspruchsvollen Dingen stimmt aber. Zum Beispiel sollte man sich darauf einstellen, mit Koriander abgefüllt zu werden. Scharf darf es ruhig ebenfalls sein. Köche improvisieren. Egal welche Zutaten wir haben, wir werden es schon schaffen war das Motto ihres Kochkurses. Dementsprechend die Küche verwüstet waren wenig später einige Köstlichkeiten von Fenchelsuppe über Salat bis Käsebrot bereitet.

Bald waren die Mägen beschäftigt und die Ohren klingelten vom unvergleichlichen Redefluss aus Geschichten, Meinungen, Anekdoten und Rezepten. Wer nicht mindestens fünf Fäden gleichzeitig folgen, konnte folgte bald keinem mehr.

Und der Seminarbesucher wusste mehr – z.B. woher das Klischee des gefährlichen und hintlerwäldlerischen Kaukasus kommt. Puschkin sei Dank! Wir wissen jetzt Folgendes:

  • der Tscherkesse ist gefährlich(!)
  • der Tscherkesse ist zurückgeblieben
  • die Tscherkessin ist atemberaubend schön
  • die Tscherkessin möchte ihrem Dasein entfliehen und

verrät sogar ihre Heimat dafür
(lies: Der Gefangene im Kaukasus)

Weiterhin ist der Kaukasus landschaftlich äußerst attraktiv (= schön). Warum allerdings mit Gold und Diamanten besetzte Waffen jetzt besonders gefährlich sind, bleibt ein Geheimnis der Literaten – dem Ingenieur erschließt sich dies nicht. Dort sind eher die Qualität des Waffenstahls sowie eventuelle Nachbehandlungen der Waffe von Bedeutung.

Positiv in Erinnerung bleibt ein Vortrag, bei dem der Referent die Frage „Warum sollten wir Entwicklungshilfe betreiben?“ (Si vis pacem, cole iustitiam) ehrlich beantwortet hat. Und überhaupt ein schönes stimmiges Seminar mit leider wenig streitlustigen Referenten.

Im nächsten Jahr wird auf die Formulierung mit dem „traditonell“ verzichtet und das althergebrachte „Alle Jahre wieder“ verwendet.